Schlafstörungen im Alter

Warum Schlafstörungen im Alter keine Seltenheit sind

Fast die Hälfte aller Menschen über 60 leidet unter Schlafstörungen. Schlafstörungen im Alter sind im Ergebnis ein Phänomen, dass nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für betreuende Angehörige oder Pflegeeinrichtungen immer mehr zur Herausforderung wird.

Dass alte Menschen grundsätzlich weniger Schlaf benötigen als jüngere Menschen kann grundsätzlich als Halbwahrheit bewertet werden. Warum nehmen aber Schlafstörungen im Alter ständig zu?

  • Schlafstörungen im Alter durch veränderte Ruhephasen.

Ältere Menschen neigen dazu ihren Schlafrhythmus zu ändern. Oft gehen sie früher ins Bett als jüngere Menschen. Wer früh einschläft wird aber auch früher wieder wach. Als Ergebnis kann dann durch das frühe Erwachen der Schlaf subjektiv als gestört empfunden werden.

  • Schlafstörungen im Alter – Ursache: der Mittagsschlaf

Bei älteren Menschen im Ruhestand ändert sich die Tagesroutine. Da es nun zu fast jeder Zeit möglich ist zu schlafen ist gerade der Mittagsschlaf sehr beliebt. Wer aber tagsüber schläft, läuft Gefahr eine Einschlafstörung oder Durchschlafstörungen in der Nacht zu provozieren. Das Schlafbedürfnis ist aber bei allen Menschen begrenzt. Wer mittags ein „Nickerchen“ hält, sollte diese Zeit dann aber auch seiner Gesamt-Schlafenszeit hinzurechnen.

Schlafstörungen im Alter – es gilt Körper und Geist fit zu halten

Was macht den Körper und den Geist müde? wir benötigen den Schlaf um uns von den Herausforderungen des Tages zu erholen. Ältere Menschen, die dazu neigen ihre täglichen Aktivitäten auf ein Minimum zu reduzieren, sind häufiger von Einschlaf- oder Durchschlafstörungen betroffen. Um so mehr ist es gerade im Alter wichtig, den Körper und den Geist fit zu halten. Als Ergebnis wirkt sich das nicht nur positiv auf die Schlafqualität aus, sondern auch auf den allgemeinen Gesundheitszustand.

Hier gilt es nach dem Ende des Berufslebens geeignete Tätigkeiten zu finden, die eine angemessene Herausforderung sind und ein positives Lebensgefühl geben. Auch und gerade ältere Menschen werden in unserer Gesellschaft noch gebraucht. Im Übrigen bietet der „Ruhestand“ die einmalige Chance, Zeit zu haben. Mit dieser Zeit lassen sich Träume oder Ideen verwirklichen für die während der Berufstätigkeit immer die Zeit fehlte.

Allein ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft ist eine einfache Möglichkeit das Schlafbedürfnis zu fördern. Auch die tägliche Lektüre einer Zeitung oder eines guten Buches fordern den Geist. Hundebesitzer sind beim besser Schlafen deutlich im Vorteil weil ihr vierbeiniger Freund mindestens 2 mal täglich „Gassi gehen“ will.

Schlafstörungen im Alter: die Körperfunktionen

Mit zunehmendem Alter verändern sich wichtige Körperfunktionen. Viele Abläufe des Stoffwechsels verändern oder verlangsamen sich. Frauen bemerken das schon ganz deutlich in den so genannten „Wechseljahren“.  So reduziert sich z.B. ab 60 Jahren die Produktion des schlaffördernden Hormons Melatonin und die Tiefschlafphasen werden kürzer.

Eine altersbedingte Änderung des Stoffwechsels und eine Verlangsamung der Körperfunktionen ist aber vollkommen normal und sollte nicht mit Alterserkrankungen in einen Topf geworfen werden.

Schlafstörungen im Alter durch Krankheiten

  • Die Schlafapnoe

Auch junge Menschen, vor allem Männer, können von einer Schlafapnoe betroffen sein. Mit zunehmendem Alter steigt aber die Zahl der Krankheitsfälle signifikant an. Die Schlafapnoe ist eine der typischen Schlafstörungen im Alter und eine der häufigsten Durchschlafstörungen. Die Schlafapnoe hat in den meisten Fällen einen Zusammenhang mit Schnarchen.

Symptomatisch kommt es bei dieser Durchschlafstörung zu Atemaussetzern. Diese führen dann zu einem abrupten Aufwachen weil der Körper durch die Unterversorgung mit Sauerstoff Stresshormone ausschüttet. Die Stresshormone müssen dann erst einmal wieder auf einen normalen Level sinken bevor ein Weiterschlafen möglich ist. Da die Ursache einer Schlafapnoe auch Medikamente oder Herz- Kreislauferkrankungen sein können ist hier der Rat eines guten Facharztes gefragt.

Schlafstörungen im Alter durch Demenz

Demente Menschen sind fast immer von Schlafstörungen im Alter betroffen. Mit zunehmender Demenz verlagert sich der Schlaf- Wachrhythmus. Durch die Schädigung der Nervenzellen neigen demente Menschen zu Schlafphasen am Tag und zu Aktivitätsphasen in der Nacht. Die Schlafphasen sind bei Demenz weniger tief und häufig sehr kurz.

Schlaflosigkeit bei Demenz wird häufig allein mit schlaffördernden Medikamenten therapiert. Als eine gute Alternative unter den Besser Schlafen Tipps kann man zusammen mit dem Erkrankten ein tägliches Schlafritual einführen.

Wenn bei der Stärke der Demenz noch eine Kooperativität besteht, dann helfen z.B. Notizzettel an exponierten Stellen mit einer einfachen und geschickt formulierten Botschaft. ( Um 20:00 Uhr gehen wir ins Badezimmer zum Waschen, den Schlafanzug im Badezimmer vorher schon mal zurecht legen, vielleicht eine weitere Notiz am Badezimmerspiegel anbringen, auf die Uhrzeit hinweisen mit dem Hinweis, dass jetzt Schlafenszeit ist… )

Je besser man einen an Demenz erkrankten Menschen kennt, desto einfacher ist es nicht nur fürs Schlafen geschickte Strategien zu entwickeln. Der gesamte Tagesablauf lässt sich damit für den Patienten besser strukturieren. Das wissen viele Angehörige, die ihren an Demenz erkrankten Partner selber pflegen. Demente Menschen verfügen in der Regel auch bei einer fortgeschrittenen Erkrankung immer noch über ein gutes Langzeitgedächtnis.

Eine gute Strategie ist es den Erkrankten an Situationen aus seiner längeren Vergangenheit zu erinnern. Wenn man dementen Menschen z. B. ein Lied vorsingt, dass sie einmal gelernt haben, wird man oft mit Erstaunen feststellen, dass sie plötzlich aus ihrem „Dämmerzustand“ aufwachen und anfangen das Lied mitzusingen.

Musik ist bei Demenz im Alter eine sehr gutes Hausmittel zum besser Schlafen um den Patienten nicht nur Freude zu bereiten. Mit Musik kann man bei Demenz auch die „Erreichbarkeit des Patienten“ – besonders am Tag – wieder herstellen.

Schlafstörungen im Alter durch Schmerzerkrankungen

Tatsächlich sind chronische Schmerzerkrankungen fast immer ein Grund für Schlafstörungen im Alter. Neben Herz- Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck sind es beispielsweise

  • Knochenerkrankungen wie Arthrose oder Arthritis
  • Parkinson
  • Erkrankungen der Prostata
  • Inkontinenz
  • Diabetes
  • Rheuma
  • Osteoporose

Besonders häufig sind Schmerzerkrankungen die Grunderkrankungen für Schlafstörungen im Alter. Mittlerweile sind Schmerzerkrankungen aber medizinisch gut zu therapieren. Für jede Krankheit gibt es Fachärzte, die sich auf das Krankheitsbild spezialisiert haben. Auch für Schmerzpatienten gibt es immer mehr Fachärzte, die eine besondere Qualifikation als Schmerztherapeut vorweisen können.

In Folge sind in Deutschland schon 150 Schmerzzentren entstanden. Dort arbeiten Spezialisten, die eine individuell auf den Schmerzpatienten abgestimmte Therapie entwickeln.

Bei Schlafstörungen im Alter können speziell ausgebildete Schlafmediziner in speziellen Schlaflaboren den Ursachen für ungeklärte Schlafstörungen auf den Grund gehen.

Schlafstörungen im Alter – Abhängigkeit vermeiden

Auch Senioren greifen bei Schlafstörungen im Alter allzu oft zu ungeeigneten Schlafmitteln. Da ist dann nicht nur Alkohol zum besser Schlafen im Spiel sondern auch Tabletten zum Einschlafen. Von dieser Selbstmedikation zum besser Schlafen ist aber immer wieder mit Nachdruck abzuraten. Als Ergebnis entsteht eine Abhängigkeit und teilweise noch eine Verstärkung der Schlafprobleme.

Bei Schlafstörungen im Alter sollte immer die Abklärung und Behandlung der Schlafprobleme durch einen entsprechenden Facharzt das Mittel der Wahl sein.

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