Schlafstörungen durch Zucker

Schlafstörungen durch Zucker, das klingt auf den ersten Blick ziemlich unglaublich. Ich frage mich jetzt ernsthaft, ob es sich beim Thema „Schlafstörungen durch Zucker“ um einen Aprilscherz handelt. Wenn es wirklich stimmen sollte, dass Zucker eine Ursache für Schlafstörungen sein kann, wie ist es dann um die Hausmittel zum besser Schlafen bestellt? Nix mehr mit heiße Milch mit Honig vor dem Schlafen? Kann heiße Schokolade als Schlaftrunk mich jetzt doch um den Schlaf bringen?

Schlafstörungen durch Zucker und der Blutzuckerspiegel

Unser Körper benötigt Energie, besonders dann, wenn Höchstleistungen gefordert sind. Sportler können das bestätigen. Aber auch unser Gehirn ist auf Energie angewiesen. Immerhin verbraucht die Schaltzentrale im Kopf ganze 20% der Energie, die wir täglich mit der Nahrung aufnehmen. Hier kommt jetzt der Zucker ins Spiel.

Zucker ist ein wichtiger Energielieferant. Wenn der Blutzuckerspiegel in den Keller geht, dann fühlen wir uns müde und erschöpft. Die Leistungsfähigkeit aber auch die Konzentration erreichen ein ziemlich niedriges Level. Hier kann dann ein Stück Schokolade Wunder wirken. Auch Traubenzucker ist ein wahrer Favorit um den Blutzuckerspiegel zu erhöhen, denn er gelangt ziemlich schnell in die Blutbahn. Ergebnis: du kommst wieder aus deinem Leistungstief heraus und kannst dich besser konzentrieren.

An dieser Stelle kannst du vielleicht schon ahnen, wie es in diesem Artikel „Schlafstörungen durch Zucker“ ungefähr weiter geht. Doch der Sachverhalt ist ziemlich komplex.

Der Blutzuckerspiegel und das Insulin

Insulin ist ein Hormon das in unserer Bauchspeicheldrüse gebildet wird. seine Aufgabe ist es den Zucker im Blut an sein eigentliches Ziel zu bringen. Das Ziel sind die Zellen im Körper, die mit neuer Energie versorgt werden wollen.

Wenn der Blutzuckerspiegel steigt, dann wird von der Bauchspeicheldrüse logischerweise eine erhöhte Menge von Insulin produziert. Folglich sinkt der Blutzuckerspiegel wieder auf ein normales Level und unsere Zellen werden wieder mit neuer Energie versorgt. Die Bauchspeicheldrüse darf sich jetzt wieder ausruhen und auch der Insulinspiegel geht zurück. Arbeit erledigt, Energielevel wieder normal. So weit so gut, wenn da nicht ein großes „ABER“ mit im Spiel wäre.

Schlafstörungen durch Zucker und müde Zellen

Wahrscheinlich kannst du dir jetzt nur schwer vorstellen, was bei Schlafstörungen durch Zucker mit „müde Zellen“ gemeint ist. Das ist aber ziemlich einfach erklärt. Wenn die Zellen über eine längere Zeit mit zu viel Zucker versorgt werden, dann werden sie müde. Zellen, die ständig mit dem Abbau von Zucker beschäftigt sind, finden das auf Dauer überhaupt nicht mehr gut. Der Zellstoffwechsel nutzt sich regelrecht ab.

Was macht denn jetzt die Bauchspeicheldrüse? Die produziert weiter fleißig Insulin. Das ist ja schließlich eine ihrer Hauptaufgaben im menschlichen Stoffwechsel.

Weil die Zellen aber durch den ständig erhöhten Zuckerkonsum mittlerweile dermaßen geschädigt sind, verweigern sie ab einem bestimmten Zuckerlevel einfach die Aufnahme. Und der Zucker? Der bleibt dann in der Blutbahn zurück.

Ein fataler Teufelskreis beginnt

An dieser Stelle beginnt ein fataler Teufelskreis.

  • Die Zellen wollen und können einfach nicht mehr so viel Zucker aufnehmen.
  • Der Zucker bleibt im Blut zurück.
  • Die Bauchspeicheldrüse bemerkt den erhöhten Blutzuckerspiegel, lässt sich von den müden Zellen nicht beeindrucken und produziert immer mehr Insulin.

Das Ergebnis dieses fatalen Teufelskreises ist ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel und ein ständig erhöhter Insulinspiegel.

Schlafstörungen durch Zucker – jetzt wird auch die Bauchspeicheldrüse müde

Wenn du als gesunder junger Mensch nicht gerade unter Schlafstörungen, Durchschlafstörungen oder einer Einschlafstörung leidest, dann stehst du mit beiden Beinen im Leben und bist unglaublich produktiv. Je älter Mensch allerdings wird, desto mehr sinkt auch die Leistungsfähigkeit.

Genau so geht es jetzt der Bauchspeicheldrüse. Sie wird immer müder und ihre Kapazität zur Produktion von Insulin sinkt ständig. Irgendwann sind dann ihre Ressourcen zur Insulinproduktion endgültig erschöpft.

Jetzt kommt eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten ins Spiel: Diabetes – Typ 2.

Und Diabetes – Typ 2 ist nur eine Grunderkrankung. Es drohen ernste Folgeerkrankungen, Schlafstörungen durch Zucker sind hier im Vergleich noch relativ harmlos.

Was haben Schlafstörungen durch Zucker mit Diabetes zu tun?

Ich will hier bei Schlafstörungen durch Zucker jetzt nicht mit der Diabetes den „Teufel an die Wand malen“. Allerdings sind Diabetiker ziemlich häufig von Schlafstörungen betroffen. Besonders dann, wenn der gesunkene Insulinspiegel nicht mit einer angemessenen Insulintherapie kompensiert wird.

Dann schüttet der Körper während des Schlafens eine erhöhte Menge des Stresshormons Cortisol aus. Cortisol ist sozusagen der Gegenpol zum Insulin. Es sorgt im gesunden Stoffwechsel übrigens auch dafür, dass wir morgens wieder wach werden.

Entscheidend für einen gesunden Schlaf ist in erster Linie ein ausgewogener Blutzuckerspiegel. Mediziner raten auch davon ab, den Blutzuckerspiegel vor dem Schlafengehen komplett in den Keller zu jagen. Schließlich benötigen wir während des Schlafens auch eine ausgewogene Menge an Zucker. Das Gehirn braucht nämlich ausreichend Energie um sich zu regenerieren. Das Phänomen können Menschen bestätigen, die in der Nacht plötzlich aufwachen und sich, von Heißhungerattacken geplagt, direkt auf den Weg in die Küche machen.

Zwischenfazit: Solltest du an dieser Stelle vermuten, dass deine Schlafprobleme irgend etwas mit Schlafstörungen durch Zucker gemeinsam haben könnten, dann lass beim Doc einfach mal deinen Blutzuckerspiegel checken.

Schlafstörungen durch Zucker vorbeugen durch eine ausgewogene Ernährung

Damit du dich gar nicht erst mit Schlafstörungen durch Zucker herumplagen musst, solltest du unbedingt auf eine ausgewogene Ernährung achten. Damit beugst du gleichzeitig auch einer ernsten Diabetes-Erkrankung vor. Tipps dazu gibts hier: Besser Schlafen durch richtige Ernährung

Fakt ist, dass wir in unserer Gesellschaft viel zu viel Zucker zu uns nehmen. Abgesehen von Süßigkeiten oder Limonaden ist tückischerweise in vielen Lebensmitteln Zucker versteckt. Kohlehydrate werden vom Stoffwechsel übrigens auch in Zucker umgewandelt.

Zucker ist nicht nur ein Süßungsmittel, sondern auch ein Geschmacksverstärker. Die meisten Fertigprodukte wie Pizza & Co. enthalten eine ziemlich große Menge an Zucker. Da lohnt es sich wirklich vor dem Kauf die Nährwertangaben gründlich unter die Lupe zu nehmen um Schlafstörungen durch Zucker vorzubeugen.

Kleine Anekdote am Rande: Ich bin ein Fan von so exotischen Lebensmitteln wie beispielsweise roter Beete oder sauren Gurken. Als ich dann vor Kurzem genüßlich meine rote Beete aus dem Glas gabelte, fiel mein Blick rein zufällig auf die aufgedruckte Nährwerte-Tabelle. Da war ich dann ziemlich baff, als ich las, dass als Zutat 11,5% Zucker deklariert wurde. Diese Nahrungsmittelfirma wird von mir in Zukunft boykottiert!

Übrigens sind nicht nur dicke Menschen oder Diabetiker von Schlafstörungen durch Zucker betroffen. Selbst manche Energydrinks und Supplements, die beispielsweise in Fitness-Studios angeboten werden können richtige „Zuckerbomben“ sein.

Schlafstörungen durch Zucker – muss ich jetzt auf den Schlummertrunk verzichten?

Zum Schluss möchte ich noch einmal auf den Anfang des Artikels zurück kommen. Um Schlafstörungen durch Zucker vorzubeugen musst du nicht auf altbewährte Hausmittel zum besser Schlafen verzichten.

Die heiße Milch mit Honig oder die heiße Schokolade vor dem Zubettgehen sind als Schlummertrunk immer noch gute Tipps zum besser Schlafen. Auch ein kleiner Snack vor dem Schlafen ist vollkommen in Ordnung. Allerdings solltest du auf schwere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen verzichten.

Beim Thema Besser Schlafen kannst du Schlafstörungen durch Zucker mit ein wenig Aufmerksamkeit und einer gesunden Ernährung wirksam vorbeugen.

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